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Literatur

Die im Zusammenhang mit der Verehrung des "wundertätigen Blutes unseres Herrn" - so die Gründungsinschrift - errichtete Wallfahrtskirche gehört zu den prägnantesten mittelrheinischen Baudenkmälern aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts; Johannes Trithemius hatte sie bereits als pretiosa atque pulcherrima gerühmt. Der Bau dokumentierte zum einen den Aufstieg der veldenzischen Stadt Armsheim und den Rang der Wallfahrt, zum andern aber als Stiftung Friedrichs III., des letzten letzten Grafen von Veldenz, und seines Schwiegersohns, des ersten Herzogs von Pfalz-Simmern-Zweibrücken, die Gründung der dynastisch erfolgreichsten wittelsbachischen Linie, die bis 1918 in München regierte. Im 15. Jahrhundert signalisierte insbesondere der zur Festung gehörende Turmbau den Machtanspruch der neuen Nebenlinie gegenüber Kurpfalz. Obgleich nahezu der gesamte Bestand der, wie Fragmente verraten, exzellenten Ausstattung im protestantischen Bildersturm unterging, hat der sehr gut erhaltene Bau nichts von der Faszination eingebüßt, die von der Konzeption im ganzen und von der Ausführung der Details ausgeht.


Die Monographie stellt die erste Bearbeitung des Bauwerks unter Berücksichtigung des Quellenmaterials, der landesgeschichtlichen Zusammenhänge und der geistesgeschichtlichen Bezüge dar.

 

Wolfgang Bickel:
Die Kirche Zum Heiligen Blut in Armsheim als Spiegel ihrer Zeit
58 Seiten, ca. 100 farbige Abbildungen und Karten, 21 x 22 cm
ISBN-10: 3-88462-204-8  |  ISBN-13: 978-3-88462-204-9
€ 9.80